Hans Tilkowski und die exakte Regelauslegung



Vor wenigen Tagen sah ich wieder einmal fern. Irgendeine Fuß- ballübertragung. Schalkes junger Torhüter, Manuel Neuer (Nachtrag: er war noch kein Nationalspieler), war groß im Bild und gerade dabei, den Ball, den er abgefangen hatte, abzuschlagen. Die Torhüter müssen den Ball heutzutage ja nicht mehr alle drei Schritte einmal auftippen lassen und dürfen ihn auch länger als drei Sekunden in den Händen halten. Um das Spiel schnell zu machen, ist es ihnen erlaubt, mit dem Ball in der Hand an die Strafraumgrenze zu eilen und ihn von dort ins Spiel zu bringen.

Das beherrscht der Manuell sehr gut. Nicht nur seine Abwürfe zum ei- genen Mann, sondern auch seine Abschläge können sich sehen lassen. Wir HSVer können über die Stärken von Manuel ganz froh sein, ver- danken wir ihm doch unseren Stammkeeper Frank Rost, der, als er noch für Schalke spielte, von eben diesem jungen Keeper verdrängt wurde.

Es war im Fernsehen deutlich zu sehen: Neuer überschritt die Straf- raumgrenze noch mit dem Ball in der Hand um deutlich mehr als eine Fußlänge. Das Spiel lief wie gewohnt weiter. Aber meine Gedanken schweiften ab, in die Vergangenheit, zu einem Heimspiel unseres HSV gegen Borussia Dortmund, in den 60er-Jahren. Vielleicht Held, Libuda und Emmerich. Auf jeden Fall mit unserem damaligen Nationaltorhüter Hans Tilkowski (Wembley-Tor 1966). Tilkowski war ein guter Mann, er spielte nüchtern, ohne übertriebene Flugeinlagen, ein Torhüter, auf den sich auch Bundestrainer Helmut Schön immer und jederzeit verlassen konnte.




Sammelbilder der Saison 1967/68 mit Autogrammen der Dortmunder Nationalspieler Hans Tilkowski und Siggi Held



Das Spiel ist vergessen, bis auf eine Szene. Keine spielentscheidende, aber eine, die für mich als Zuschauer in all den Jahren einmalig war. Das Spiel plätscherte so vor sich hin. Nichts Besonderes war zu ver- merken, keinerlei Hektik im Spiel, also alles ganz normal. Da eilte Hans Tilkowski zur Grenze seines Sechzehn-Meter-Raums, ließ den Ball alle paar Meter ordnungsgemäß auftippen und schlug ihn weit in die Hälfte des HSV.

Der Ball war noch in der Luft, da pfiff der Schiedsrichter zur Verwun- derung aller Zuschauer, aber auch der 22 Akteure auf dem Platz und rannte auf Tilkowski zu. Direkt an der Strafraumgrenze stoppte er ab- rupt und zeigte mit dem ausgestreckten Arm in Richtung auf das Dortmunder Gehäuse. Was mochte das bedeuten? Wir in unserem Block F schauten uns fragend an, waren aber nicht ungehalten, denn es konnte nur eines bedeuten: Freistoß für den HSV. Soviel war klar. Aber warum? Tilkowski hätte nie und nimmer ein böses Wort in den Mund genommen. Schiedsrichterbeleidigung schied also von vornherein aus. Außerdem wäre dann auch eine gelbe oder rote Karte fällig gewe- sen. Ach, die Karten gab es damals ja noch gar nicht. Die wurden erst zur WM 1970 in Mexiko eingeführt.

Wir hatten schon so etwas vermutet, aber endgültigen Aufschluss soll- ten erst Sportschau oder Aktuelles Sportstudio geben. Hans Tilkowski war das gelungen, was nach ihm in meinem Beisein kein Torhüter mehr schaffte. Er war beim Abschlag des Balles aus der Hand übergetreten (aus dem 16-Meter-Raum hinaus) und hatte sich dabei auch noch er- wischen lassen. Ausgerechnet der Torhüter unserer Nationalelf!

An was man sich rund 40 Jahre später noch erinnert. Wir in Block F der Westkurve haben so einiges erlebt.





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