Eigentore und die Klimakatastrophe



Man erlebt als Fußball-Fan immer wieder neue Überraschungen. Auch nach mehr als vierzig Jahren Fußballkonsum und Fußballstudium ist man vor ihnen nie sicher.

Ich traute meinen Augen nicht, als ich neulich im Internet stöberte. Natürlich geht es bei mir auch dann, wenn ich ins Internet gehe, um Fußball. Mögen andere Männer andere Interessen haben. Ich bleibe meinem Fußball treu.

Ich las einmal. Ich las ein zweites Mal. Ich holte meine Brille. Das konnte doch nicht angehen! Es fiel mir schwer, sehr schwer das zu glauben. Sie werden genauso überrascht sein und es ebenso wenig glauben können. Es ging um die Fußballregeln, genauer gesagt, um die direkten Freistöße. Ich weiß auch nicht mehr, wie ich auf die Seite gelangte. Denn die Fußballregeln, die kennt man. Die kenne auch ich! Alle! Schließlich hatte ich lange genug selbst gespielt. Ich wurde eines Besseren belehrt:
Wenn der direkte Freistoß direkt ins eigene Tor geht, wird der gegnerischen Mannschaft ein Eckstoß zugesprochen.

Das stand da zu lesen. Wirklich! Zunächst hielt ich das Ganze für einen Scherz. Ich überprüfte alle anderen dort aufgeführten Fußballregeln. Das gesamte Regelwerk. Da war alles in Ordnung. Also doch kein Scherz? Und ich begann, mich mit dem Gedanken näher zu befassen.

Wenn ein direkter Freistoß direkt verwandelt wird, dann ist eigentlich alles in Ordnung. Dazu ist er ja da. Deshalb heißt er ja direkter Freistoß. Anders ist es beim beim indirekten Freistoß. Wird der direkt verwandelt, dann gibt es Abschlag für den Gegner. Das ist klar. Daran, dass der Freistoß direkt ins Tor geht, kann es also nicht liegen.

Es muss daran liegen, dass es sich um das eigene Tor handelt. Hätte man sich ja auch gleich denken können. Da war einem gleich etwas komisch vorgekommen. Einen Freistoß ins eigene Tor zu schießen, das ist ja nicht so ganz normal. Genaugenommen ist es sogar reichlich verrückt, plemplem, gaga. Keinem einigermaßen vernünftigen Men- schen würde so etwas je einfallen. Solch einen Schuss habe ich von Block F der Westkurve jedenfalls kein einziges Mal bestaunen kön- nen. In all den Jahren nicht. Daran würde ich mich sicher erinnern.

Warum dann also eine solche Regel? Versenkt ein Spieler den Ball wi- der Erwarten und gegen alle Vernunft im eigenen Tor, dann soll er gefälligst auch dafür bestraft werden. Ein Eckball für den Gegner ist da doch viel zu milde!

Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich glaube, ich habe inzwischen eine leise Ahnung, warum es diese Regel gibt: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf. Das ist so sehr gegen die menschliche Vostellungskraft und gegen das, was der Mensch ertragen kann, dass er es lieber für nicht existent erklärt. (Psychologen nennen das wohl verdrängen.)

Ähnlich ist es mit der Klimakatastrophe. Darf nicht sein. Kann nicht sein. Es wäre nicht auszuhalten, sich dafür verantwortlich zu fühlen. Also gibt es sie nicht und wird es sie nie geben. So brauchen wir nicht leiden, keine Konsequenzen ziehen und können einfach weitermachen. Das Spiel geht weiter. Vielleicht noch eine kleine Konzessionsentschei- dung, einen Eckball. Aber nichts, was so richtig weh tun könnte! Ja, im Fußball ist es wie im richtigen, 'normalen' Leben. Ball und Erde sind rund und beide drehen sich.



P.S.:  Wer es nicht glaubt, darf es gerne nachlesen: Klickt hier.



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