Mein erstes Fußball-Sammelalbum



Stellt Euch einmal vor: Unser Uwe Seeler mit vollem Haar, blond und schmächtig im HSV-Trikot. Oder Charly Dörfel. Ebenfalls mit vollem blonden Haar und dem schönsten Blendax-Lächeln. Das könnt Ihr ha- ben:


Doppelseite aus meinem ersten Sammelalbum. Helmut Haller spielte noch in Augsburg. Auf der linken Seite ein weiterer HSV-Spieler, Peter Wulf. Außer den Bildern aus der Welt des Fußballs enthielt das Album sechs Leichtathletik-Bilder, u. a. von Wilma Rudolph und Manfred Germar.



Und so sah mein erstes Sammelalbum von vorn aus. Es erschien vor der Weltmeis- terschaft 1962 in Chile. Ich war damals neun Jahre alt. Es sollte noch drei Jahre dauern bis ich zum Stammgast der Westkurve wurde und mir den Block F aussuchte.



Es lohnt sich, das Innenleben das Albums etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich zitiere den Text von Seite 1:

Für die sportbegeisterte Jugend ist das Sammeln von Sportbilder-Serien und das Aufbewahren in Sammel-Alben immer wieder ein schönes (das stimmt!) und harmloses Vergnügen. (Aber Vorsicht! Es ist nicht ganz kostenfrei und es kann vor allem süchtig machen!)

In der neuen Sportserie steht König Fußball an erster Stelle. Fast alle Nationalspieler sind darin enthalten, welche die deutschen Farben bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Chile vertreten. Zusammen 72 Einzelbilder. (Stimmt auch, ich habe nachgezählt.)

Die Bilder erhält man aus den Bilder-Automaten, welche für den Einwurf eines 10-Pfennig Stückes jeweils ein Bild und dazu eine echte Kaugummikugel liefern. (Den Kau- gummi haben wir weiterverkauft, mochte er auch noch so echt sein. Wir waren nur an echten Fußballbildern interes- siert.)

Diese Sammelalben erhält man in den Geschäften, an de- nen ein Bilder-Automat angebracht ist. (Ja, so war es.)

Wir vergrößern uns einmal den Charly Dörfel. Er und sein Lächeln ha- ben es verdient.





Habe ich zu viel versprochen? Ob da ein bisschen retuschiert wurde? Wenn ich doch nur die Klebstoffflecken wegretuschieren könnte. Der Klebstoff war damals noch nicht das, was er heute ist.

Aber der Fußball, der war super!




 Siehe auch:  Mein zweites Fußball-Sammelalbum



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Hannover 96 und die Flaschenwerfer



Die ersten Jahre der Bundesliga, da herrschten teilweise noch ganz andere Sitten. Die Zeit war rauer, die Jugend aufmüpfiger und lauter.

Damals gab es die sogenannten Rocker. Lederjacken und so weiter. Einige Fangruppierungen verhielten sich genauso. Wenn die einem zu nah kamen, hat man vorsichtshalber lieber das Weite gesucht. Die grölenden Gruppen der gefährlich anmutenden Fans waren zum Glück schon von Weitem zu hören. Auf dem Weg vom und zum Bahnhof Stellingen war man also vorgewarnt. Mulmige, beklemmende Situatio- nen gab es nur, wenn man keinen Abstand hielt.

Ich hielt immer Abstand und in engen Situationen die Reizgas-Sprühdose in der Tasche meines Anoraks griffbereit. Ich bin seit vielen Jahren selbst Vater und muss mich heute wundern, dass meine Eltern mich allein zu den Spielen fahren ließen. 1965 war ich erst 12 Jahre alt. Wahrscheinlich wussten sie, dass ich vorsichtig sein würde. Es ist mir auch nie etwas geschehen. In all den Jahren kein einziges Mal.

Ein Mal, es war während eines Heimspiels unseres HSV gegen Hannover 96, flogen in der Westkurve plötzlich Flaschen zwischen Block E und Block F hin und her. Ich stand nicht weiter als zehn Meter entfernt. Damals durften Flaschen noch mit ins Stadion genommen werden. Und es waren keine Plastikflaschen gewesen, die da flogen. Auch die Fangruppen wurden seinerzeit noch nicht so penibel voneinander getrennt. Einige der Hannoveraner hatten sich in unseren Block F verirrt und machten sich lautstark bemerkbar. Das konnte sich die engste HSV-Gefolgschaft in Block E natürlich nicht gefallen lassen. Der Zaun zwischen F und E war kein großes Hindernis, jedenfalls nicht hoch genug, nicht mehr als zwei Meter zwanzig.





Programmheft vom 20. Mai 1972 Hamburger SV - Hannover 96 2:0 (1:0). Das Spiel fand im Volksparkstadion vor nur 8000 Zuschauern statt.



Es war alles gutgegangen. Ich hatte nichts abbekommen und unver- sehrt die Heimreise nach Friedrichsgabe, heute ein Stadtteil von Nor- derstedt, angetreten. Mit der Bahn oder wie auch sehr oft mit dem Fahrrad.

Verprügelt wurde ich nur ein einziges Mal. Das war während unseres Urlaubs in London gewesen. Mein Bruder und ich, ich war damals 19, hatten eine Radtour von Amsterdam nach London unternommen. Während er sich im Kino einen Zeichentrickfilm ansah, besuchte ich natürlich ein Fußballspiel. Chelsea, noch im alten Stadion. Gegen wen sie spielten, weiß ich nicht mehr.

Vor dem Spiel gab es ein fürchterliches Gedränge vor dem Eingang. Als ich von hinten geschubst wurde, blieb ich standhaft und hielt dagegen, ohne mich jedoch umzusehen. Ich war mit meinen 1,96 auch nicht so leicht aus dem Weg zu räumen. Das war mein Fehler gewesen. Ehe ich michs versah, schlugen drei oder vier Hooligans auf mich ein. Ich bückte mich, und schützte Kopf und Kragen mit meinen Armen und Ellenbogen. Durch meine Beine konnte ich nach hinten schauen. Von der geschlossenen Menschenmenge war nicht mehr viel zu sehen. Wo waren die nur alle so schnell hin? Da sah ich zwei Londoner Polizisten in ihren typischen Uniformen. Nicht mehr als zehn Meter entfernt. Aber die hatten offensichtlich auch keine Lust auf Randale und blieben lieber, wo sie waren.

Nach vielleicht zehn bis fünfzehn Sekunden, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, ließen die jungen Männer von mir ab und verschwanden. Ich weiß nur noch, dass sie T-Shirts trugen. Keine Lederjacken und so. Darüber war ich ganz verwundert. Die Umstehenden brachten mir meine Brille, meinen Peace-Anhänger, den ich um dem Hals getragen hatte, und meinen Rucksack. Das war alles wieder geradezubiegen.

Das Spiel von Chelsea endete 0:0. Ein ganz erbärmliches Gekicke. Mein Adrenalinspiegel sank trotzdem erst lange nach Spielende.





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Fotos II:   RSC Anderlecht - Hamburger SV 0:2



Suchet so werdet ihr finden. Ich habe gefunden.

Ganz hinten im Schrank versteckt waren drei alte Fotos von der Anreise zum Europapokal-Triumpf in Amsterdam am 11. Mai 1977. Ich will sie Euch nicht vorenthalten, sind es doch fast meine einzigen selbstgeknipsten Bilder aus den erfolgreichen Jahren unseres HSV.




Bahnhof Hamburg-Altona. Die Aufnahme entstand kurz vor der Abfahrt des Sonderzugs nach Amsterdam. Wann geht es endlich los? Amsterdam und Anderlecht wir kommen!




Wir sind in Amsterdam, haben aber noch Zeit. Zeit genug, die Innenstadt etwas 'unsicher' zu machen. Das Foto zeigt den Dam, den Platz vor dem Koninklijk Paleis. Ihr seht den Königlichen Palast hinten links. Wir standen direkt neben dem Nationaal Monument (nicht im Bild). Das ist das Mahnmal der Niederländer zum Gedenken der Opfer des Zweiten Weltkriegs. Es war wie eine zweite Invasion, dieses Mal eine friedliche. Aber sicherlich waren wir dort nicht von allen gern gesehen.





Ein Foto mit Symbolwert. Wir sind auf dem Weg zum Stadion. Unser Geg- ner, der RSC Anderlecht, scheint schon auseinanderzufallen. So kam es dann ja auch. Aber woher wusste die Anzeigetafel das schon vor dem Spiel?




 Fotos I:  RSC Anderlecht - Hamburger SV 0:2
 Herzlichen Glückwunsch, Kuno Klötzer!



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Entschuldigt fremdgegangen



Es muss in der tristen Zeit, der 60er Jahre gewesen sein. Trist des- halb, weil die Leistungen der Mannschaft so waren. Erste Bundesliga, aber der HSV nicht mehr als durchschnittlich.

Da passte es ins Bild, dass auch das Wetter sich der Gesamtsituation häufiger einmal anpasste. Rasenheizung gab es noch nicht, überdachte Stehplätze auch nicht. Und selbst die überdachte Haupttribüne war bei steifer Brise und Regenschauern kein angenehmer Platz und bei Süd- westwind auch kein garantiert trockener Aufenthaltsort.

Ich erinnere mich immer wieder an das Spiel mit dem chaotischsten Wetter meiner Fanlaufbahn. Wir spielten gegen den 1. FC Kaiserslau- tern. Vom Spiel selbst weiß ich nichts mehr. Ist alles davongespült. Schon auf dem Anmarschweg goss es dermaßen in Strömen, dass ich mich hier und dort unterstellen musste. Doch es wollte nicht aufhören. Mit lieber Müh und Not schaffte ich es bis ins Volksparkstadion. Kurz vor dem Anpfiff war ich da bereits völlig durchnässt. Aber ich befand mich nicht in meiner geliebten Westkurve. Dazu hätte ich noch einmal halb um das Stadion laufen müssen.

So entschied ich mich wohl oder übel (mehr übel) für einen Platz in der Ostkurve, mitten unter den Lauterer Anhängern. Aber so sehr viele waren auch von denen nicht erschienen. Insgesamt waren es kaum mehr als 11.000 bis 13.000 Zuschauer gewesen. Ich hatte Erfahrung im schätzen der Zuschauerzahl und lag selten um mehr als 2.000 bis 3.000 daneben. Das machte die jahrelange Übung.



Das Wetter versuchte uns schon einmal, einen Strich durch die Rechnung zu machen. Nicht dass wir uns davon beeindrucken ließen, es sei denn, das Spiel wurde abgesetzt. Von Spielabsagen am häufigsten betroffen waren Jahr für Jahr die Spiele im Februar.


Jeden einzelnen Spieler aller Teams erkannte ich schon an der Laufhal- tung, am ganzen Bewegungsablauf. Da mochte es noch so sehr Bind- fäden regnen. Die Rückennummern, die früher sowieso sehr viel kleiner waren, brauchte ich nicht. Durch intensivste Beschäftigung mit den Themen Fußball im Allgemeinen und Bundesliga im Speziellen kannte ich alle Teams, alle Spieler und alle Namen auswendig. Die Spieler wech- selten auch nicht so oft den Verein wie heutzutage. Das junge Gehirn ist bei interessengeleiteter Wahrnehmung zudem erstaunlich aufnah- mefähig. Unterstützt wurde es durch das tägliche Studium hunderter Bundesliga-Sammelbilder, von denen Ihr auf meiner Site einige sogar mit Autogramm bewundern könnt.

Es stimmt, ich will nur davon ablenken, dass ich an diesem Tag fremd- ging, meiner geliebten Westkurve und dem Block F untreu wurde. Ich meine noch heute, dass ich eine gute Entschuldigung hatte. Es goss unentwegt bis zum Spielende und selbst auf dem Nachhauseweg.

Ich habe es meinem Block F nicht gebeichtet und heute ist es zu spät. Die Westkurve mitsamt Block F ist für immer von uns gegangen.




 Siehe auch:  Flutlicht und Schneegestöber



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Herr Canellas und die italienischen Verhältnisse



Neben der Arminia aus Bielefeld, die nach der Saison 1971/72 aus der Bundesliga ausgeschlossen wurde, galten Rot-Weiß Oberhausen und Kickers Offenbach als die Vereine, die Bestechungsgelder gezahlt hat- ten. Der Chefankläger des DFB, ein Herr Kindermann, hatte die Verge- hen schonungslos aufgeklärt und zur Anklage gebracht. Zehn der 18 Bundesligisten waren verwickelt.

Die Rolle, die die Offenbacher Kickers im Bestechungsskandal spielten, konnte nie so ganz geklärt werden. Am 6. Juni 1971, einen Tag nach Beendigung der Saison, brachte ihr damaliger Präsident Canellas († 23. Juli 1999) den Stein der Enthüllungen ins Rollen. Was wäre wohl gewesen, wenn Offenbach die Saison nicht auf einem Abstiegsplatz beendet und Herr Canellas nicht ausgepackt hätte? Wäre dann nie etwas ans Tageslicht gekommen? Hätten wir dann heute italienische Verhältnisse?



Programmheft 28. Oktober 1970: Hamburger SV - Offenbacher Kickers. Das Flutlichtspiel endete 3:2. Es fand vor nur 7.000 Zuschauern statt.


Innerhalb von zwei Jahren wandten sich die Zuschauer in Scharen von der Bundesliga ab. Der Zuschauerschnitt fiel in der Saison 1972/73 auf nur noch 16.387! Da waren die Spitzenspiele mit eingerechnet. Man kann sich leicht ausrechnen, dass zu mehr als der Hälfte der Spiele noch sehr viel weniger als 15.000 Zuschauer kamen. Die Begegnung Rot-Weiß Oberhausen gegen Kickers Offenbach wurde 1973 von nur 1.352 zahlenden Zuschauern besucht.

Viele Vereine standen vor dem wirtschaftlichen Aus. Die Braunschwei- ger Eintracht, im Skandal ebenfalls arg gebeutelt (ihr Kapitän Ulsass wurde für eineinhalb Jahre gesperrt) erschloß sich und der Bundesliga eine neue Einnahmequelle. Nach einem monatelangen Tauziehen mit dem DFB prangte auf den Trikots ihrer Spieler ab März 1973 der Jägermeister-Hirsch. Der HSV folgte kurze Zeit später mit CAMPARI.

Die Fußballweltmeisterschaft 1974 im eigenen Land und der Titelgewinn der deutschen Mannschaft waren ein Segen für die Bundesliga. Die Euphorie half, Gras über die Vergangenheit wachsen zu lassen, und sorgte für einen neuen Aufschwung.

Auch der sportliche Aufschwung des HSV setzte 1974 ein. Er steigerte sich langsam aber stetig bis zum großen Finale 1983. Während wir in den zehn Jahren zuvor durchschnittlich Platz 10 erreicht hatten, sollten wir die nächsten zehn Bundesliga-Spielzeiten im Durchschnitt mit dem dritten Platz beenden und drei Mal Deutscher Meister werden.

Wir haben uns in den mageren Jahren im Block F der Westkurve schon manches Mal recht einsam gefühlt. Aber wir haben durchge- halten. Wie heißt es so schön: In guten wie in schlechten Zeiten. Wir brauchten es auch nicht zu bereuen. Unser HSV war zum Glück nicht in die Bestechungsaffäre verwickelt!




 Siehe auch:  Der 12.09.1970 und der Bestechungsskandal



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Der 12.09.1970 und der Bestechungsskandal



Wir standen in Block F der Westkurve und erwarteten nichts weiter als einen Sieg gegen den Aufsteiger aus Bielefeld. Auch wenn Kurbjuhn und Nogly beide mit Jochbeinbruch pausieren mussten.

Wir ahnten nicht, wie diese Bundesliga-Saison enden sollte und welche Rolle unser heutiger Gegner darin spielen würde. 'Uns Uwe' wurde vor dem Anpfiff für 800 Spiele im HSV-Trikot geehrt und los ging es. Zur Halbzeit führte unser HSV mit zwei Toren. Nach 50 Minuten stand es sogar 3:0. Dann kam Arminia Bielefeld auf, schoß zunächst ein Tor und dann ein zweites. Es waren noch 15 Minuten zu spielen. Zum Glück blieb es bei diesem Ergebnis. Ein weiteres Tor für die Arminia oder womöglich deren zwei ...

Das hätte am Saisonende zu wilden Spekulationen Anlass gegeben. Genauso wie unsere 8:1 Niederlage (nach 7 Minuten hatten wir sogar 0:1 geführt!) 14 Tage später in Oberhausen gegen Rot-Weiß.






Saison 1970/71: Hamburger SV - Arminia Bielefeld (aus dem Programmheft)



Dabei war alles so schön gewesen, eine grandiose Weltmeisterschaft lag hinter uns, mit Jahrhundert-Spielen gegen Italien und England. Wir durften uns auf die WM 1974 im eigenen Lande freuen. Alles bestens.

Trotzdem erlebte die Fußball-Bundesliga genau in dieser Zeit, zwischen den beiden Weltmeisterschaften, ihr Waterloo. Ihr größtes Desaster in den 44 Jahren ihres Bestehens. Maßgeblichen Anteil daran hatte die Arminia aus Bielefeld, die auf Seite 3 des damaligen Programmheftes mit den Worten angekündigt wurde: Das Ziel des Trainers ist na- türlich, zunächst einmal "überleben", also die Klasse zu erhalten, Er- fahrungen zu sammeln. Wenn das gelingt, wird man bei der Arminia das notwendige Geld aufbringen, um bessere Leute einzukaufen.

Arminia hatte das notwendige Geld sehr viel früher in die Hand genom- men. 40.000 Mark davon flossen an Spieler von Schalke 04, auch an die Nationalspieler, Fischer, Fichtel, Libuda und Rüssmann. Dafür verlor Schalke sein Heimspiel gegen die Arminia durch ein Gegentor in der 83. Minute. Auch die Partie Bielefeld gegen Hertha BSC war nachweislich verschoben worden. Die Arminia 'entging' mit zwei Punkten Vorsprung nur knapp dem Abstieg. Sie wurde dann am Ende der darauffolgenden Spielzeit aus der Bundesliga ausgeschlossen.

Doch das war nur die Spitze des Eisberges. Insgesamt wechselten in der Bundesliga etwa 500.000 DM die Besitzer. Auch Spieler von Köln, Frankfurt, Duisburg, Stuttgart und Braunschweig waren beteiligt. Min- destens 11 Spiele waren manipuliert worden. Der HSV und seine Spie- ler hatten sich zum Glück nichts zu Schulden kommen lassen.

Das alles lag noch vor uns, als wir uns am 12. September 1970 im Block F über einen knappen aber verdienten Sieg gegen die Arminia freuen konnten.




 Siehe auch:  Herr Canellas und die italienischen Verhältnisse



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Manni Kaltz und sein Jubiläumsspiel



Manfred Kaltz war nie der Star zum Anfassen. Immer etwas unnahbar und wegen seiner Abgeklärtheit auf dem Platz manchmal den Anschein von Arroganz vermittelnd. Aber so war er nicht. Es stimmt, Mikrofone und Blitzlicht, die waren nicht sein Metier. Er ist noch heute der Stille im Lande, zurückhaltend aber freundlich. Obwohl in Ludwigshafen am Rhein geboren, ist er eigentlich ein typischer Norddeutscher. Er passt zu Hamburg und er passt zu uns!

Es würde auch zu ihm passen, hätte er ein Abschiedsspiel abgelehnt, weil es mit zu viel Brimbamborium und Lobhudelei verbunden gewesen wäre. Aber so kann es nicht gewesen sein. Das hätte er uns Fans nicht angetan. Trotzdem fand kein Abschiedsspiel statt, wie es verdienter- maßen 'uns Uwe' und Williii Schulz bekamen.

Irgendetwas muss die damals im HSV Verantwortlichen bewogen ha- ben, nicht nur Horst Hrubesch mehr oder weniger sang- und klanglos nach Lüttich zu verabschieden, sondern auch Manni Kaltz ohne Ab- schiedsspiel Lebewohl zu sagen. Im Nachhinein könnte man es als stil- los bezeichnen. Der Abschied von Hermann Rieger, unserem Kultmas- seur, wurde jedenfalls gebührender begangen. Es ehrt den Manni und den Horst, dass sie ein solches Spiel nie eingefordert haben und auch nie ein böses Wort verloren. Was mag da nur gewesen sein?

Beim Seeler und beim Schulz diente das Abschiedsspiel wahrscheinlich auch dazu, den beiden einen zusätzlichen finanziellen Grundstock für die Zeit nach dem Fußball zu schaffen. Schön, das war zu Zeiten von Kaltz und Hrubesch natürlich nicht mehr nötig. Ein Abschiedsspiel war aber für uns Fans wichtig, sehr wichtig sogar. Das Geld hätte man für einen guten Zweck spenden können.

Wie soll sich ein Fan von einem Spieler sonst verabschieden? Von einem Spieler, der

- 581 Bundesligaspiele für unseren HSV auf dem Platz stand?
- 20 Jahre fast ununterbrochen für uns in der Westkurve auflief?
- drei Meistertitel nach Hamburg holte?
- dem HSV zwei Mal den DFB-Pokal bescherte?
- 69 Länderspiele für Deutschland bestritt? (alle als HSV -Spieler)
- die Europapokale der Pokalsieger und der Landesmeister erkämpfte?
- mit der Nationalelf Europameister und Vizeweltmeister wurde?

Wie sollten wir in Block F, wir als HSV-Fans, uns von Manni Kaltz ver- abschieden?

Viele Jahre habe ich darüber gegrübelt. Mit dem Abstand von Jahren wird so vieles klarer. Heute weiß ich es. Wir sollten uns gar nicht ver- abschieden. Es sollte alles so bleiben wie es war. Manni Kaltz forever! Und so haben wir es auch gehalten, mit Manni Kaltz und mit Horst Hrubesch!

Jedes Spiel mit Manni Kaltz ist jetzt für uns ein Jubiläumsspiel. Und wir hoffen, es wird noch so einige geben.







 Siehe auch:  Manni Kaltz und das Kopfballtraining



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Als der HSV noch an der Hamburger Strasse spielte



Das Volksparkstadion lag nicht an der Hamburger Straße, die in Ham- burg ein großes Einkaufszentrum beherbergt. Das Volksparkstadion und mit ihr die Westkurve und Block F befanden sich dort, wo sich auch die neue Arena befindet, nämlich an der Sylvesterallee. Aber wem sag ich das.

Trotzdem spielten wir früher an der Hamburger Straße. In der Bun- desliga genau zwanzig Mal zwischen 1963 und 1973, 1974 und 1980 sowie 1981 und 1985. Das Stadion an der Hamburger Straße ist noch heute die Heimstätte der Braunschweiger Eintracht, die sich 1985 vorerst endgültig aus der 1. Bundesliga verabschiedete und zur Zeit in der Regionalliga Nord kickt.

Am 8. November fuhren wir zu einem normalen Bundesligaspiel und das blieb es auch, ein ganz normales Auswärtsspiel. Wir verloren 1:0. Wir erinnern uns an Branko Zebec, der die Braunschweiger trainierte und erst drei Jahre später zu uns stoßen sollte. Genau wie Aleksandar Ristic, der damals für die Eintracht spielte, an diesem Tag aber nicht aufgeboten wurde.

Dafür spielten Franke, Gersdorff (verwandelte den Foulelfmeter) und Popivoda, der jugoslawische Nationalstürmer, den Zebec aus seiner Heimat geholt hatte. In Braunschweig nannten sie ihn die ersten Monate Popi-nie-da, weil er in seiner ersten Saison nach Sperre und Verletzung erst im 14. Spiel das erste Mal zum Einsatz kam.





Eintrittskarte zum Auswärtsspiel am 8. November 1975 an der Hamburger Straße Eintracht Braunschweig - Hamburger SV 1:0 (auch in Braunschweig Block F)




Die Braunschweiger Verwicklung in den Bundesliga-Bestechungsskan- dal war halb vergessen und an das Jägermeister-Logo auf ihren Trikots hatte man sich inzwischen gewöhnt. Wir liefen mit CAMPARI auf.

Aus heutiger Sicht und mit dem Wissen von heute, wäre es besser gewesen, ich hätte mich ein Jahr später zur Hamburger Straße aufgemacht. Ich hätte mich dann an einen 1:0 Sieg unseres HSV erinnern können und daran, dass wir den Braunschweigern damit die Punkte gestohlen haben, die ihnen nach 34 Spieltagen zu ihrer zweiten Deutschen Meisterschaft fehlten. 1977 landeten sie nämlich mit nur einem Punkt Rückstand auf Borussia Mönchengladbach und punkt- gleich mit Schalke auf Platz drei.

Unser HSV war seit Bestehen der Bundesliga noch kein einziges Mal Meister geworden. Sollte es den kleinen Braunschweigern nach 1967 schon zum zweiten Mal gelingen? Bei allem Respekt, das durfte nicht sein!

Ein ganz normales Auswärtsspiel und doch große Erinnerungen.





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Bayern München, nur ein Mal Deutscher Meister!



Es wäre ja so schön: Bayern München, nur ein einziges Mal Deutscher Meister! Wir HSVer neiden keiner Mannschaft ihre Erfolge. Das sei hier einmal festgestellt. Wir haben ja unsere eigenen. Und die sind nicht zu verachten. Wir haben alles gewonnen. Wirklich alles!

Bis auf den UEFA-Pokal. Da war 1982 in den beiden Endspielen der IFK Göteborg dagegen. Wir waren so klarer Favorit, klarer geht es gar nicht mehr. Und was passiert in solchen Fällen? Richtig, man nimmt es irgendwie zu leicht. 0:1 in Göteburg und sogar 0:3 im Rückspiel in Hamburg. Das war wie eine kalte Dusche, eiskalt!

Heutzutage sind wir schon froh, wenn wir uns über den 'Hoffnungslauf' UI-Cup, die Skispringer würden es 'Lucky-Loser-Runde' nennen, über- haupt für die Teilnahme an diesem Pokalwettbewerb qualifizieren. Beim Nachsitzen kommen dann gegen so tolle Teams wie Dacia Chisinau sogar mehr als 50.000 Zuschauer in die Arena. So ausgehungert sind wir HSVer inzwischen.

Damals wurden wir halt im selben Jahr Deutscher Meister, im Jahr da- rauf gleich noch einmal und als Zugabe gewannen wir nicht weniger als die heutige Champions-League. Mit dem kleinen aber feinen Unter- schied, dass damals wirklich nur die Champions, die Landesmeister, teilnehmen durften, während heute noch Dritt- und teilweise sogar Viertplatzierte mitmischen dürfen. Und schon war das mit dem verlo- renen UEFA-Pokal-Finale wieder vergessen.

Zugegebenermaßen nicht so ganz. Den Pott hätten wir auch schon noch gern in unserem Museum stehen. Kommen wir aber zurück auf die 18 Meistertitel, die nachträglich zu vergeben wären, hätte Bayern München wirklich nur eine Deutsche Meisterschaft errungen. Über den Modus brauchen wir nicht zu streiten. Der Eintrag auf die Meisterschale und in die Geschichtsbücher gebührt selbstverständlich dem jeweils Zweitplatzierten des Jahres, in dem eben leider doch die Bayern die Meisterschaft gewannen.

Ihr ahnt es schon. Wir dürfen uns freuen! Mit einem Schlag werden aus unseren sieben Meistertiteln zehn! Hinzu kommen: 1980 (Zebec), 1981 (Zebec/Ristic) und 1987 (Happel). Die Westkurve und Block F werden sich vor Freude im Grab umdrehen.

Nun denkt Ihr die ganze Zeit bestimmt, welchen Hirngespinsten hängt er denn heute wieder nach. Er träumt wieder. Mitnichten! Ich träume nicht, ich lese. Am besten, Ihr seht selbst:




Diesen FC Bayern München-Wimpel schau ich mir immer wieder gern an - er verzeichnet nur einen Meistertitel. Über ihm hängt an meiner Wand der HSV-Wimpel (6 deutsche Meisterschaften)





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Ich schreibe für Euch und für alle Liebhaber des runden Leders.

Westkurve Blog F wird diejenigen, die sich bereits vor vielen Jahren verliebt haben, besonders ansprechen. Diejenigen, denen stille Erinnerung mehr bedeutet als aktuelle Sensation, denen das Gedenken an Ernst Happel und seine Zeit bei unserem HSV mehr gibt als der Hype um Ketelaer, Lauth oder Zidan.

Ich wünsche
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